Wertebasierte Wissenschaftskommunikation für eine suffiziente Zukunft

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen und das Umweltbundesamt luden am 06.10.2026 zu einer internationalen Konferenz unter dem Titel Living within Planetary Boundaries: Facing Facts | Rethinking Strategies | Building Bridges ein. Über 200 Personen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutierten, wie die Welt angesichts der kritischen Überschreitung planetarer Grenzen – also der Grenzen der Erde, die wir zum Überleben brauchen – einen Weg zu mehr Suffizienz finden kann. Suffizienz meint dabei ein Leben in Wohlstand mit weniger: weniger Ressourcenverbrauch, weniger Wachstumsdruck, aber mehr Lebensqualität. Doch wie lässt sich diese Idee vermitteln, ohne dass der Wertebezug den Diskurs hemmt?
Das Programm der Konferenz war eine Mischung aus Wissenschaft, Kunst und aktivem Austausch. Künstlerische Interventionen eröffneten neue Perspektiven auf das Thema „Genug“ und forderten zum Mitmachen auf. Eine Session bestand aus parallelen Panels, in denen es um politische Programme, Ressourcenmanagement, Wirtschaft und Wissenschaftskommunikation gibt. Letztere war der Ort, an dem der MoWiKo-Leitfaden präsentiert wurde: ein Werkzeug für Forscher*innen und Aktivist*innen, um komplexe Themen wie planetare Grenzen verständlich und diskursfördernd zu vermitteln.
Der Workshop „How (not) to moralise“ zeigte, wo die Kommunikation heute scheitert. Nach einem Impuls der Gründerin und CEO der NGO Talking Hope – die aufsuchende Klimakommunikation betreibt – analysierten die Teilnehmenden in Kleingruppen Texte, die auf diskurshemmende Weise moralisieren. Ihr Ziel war es, diese mit den neuen Leitlinien umzuschreiben: weg von Vorwürfen hin zu Lösungsansätzen. Die Reflexion des Umschreibprozesses war für die Teilnehmenden als auch für uns als Projekt-Team sehr aufschlussreich: Der Leitfaden ist hilfreich, jedoch will diskurfördernde und gleichzeitig wertbezogene Kommunikation gut geübt sein!