Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation
Klimagerechtigkeit, Freiheitsenergien oder Frankenfood – moralische Wertungen sind in Debatten über gesellschaftlich-wissenschaftliche Themen allgegenwärtig. In welcher Form solche Moralisierungen vorkommen, welche Wirkungen von ihnen ausgehen und wie ethische Aspekte angemessen kommuniziert werden können, erforschen wir im Projekt "Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation", kurz MoWiKo.
Typischerweise analysieren empirisch arbeitende Naturwissenschaften die zugrundeliegenden Faktoren von bestimmten gesellschaftlichen Problemen wie Klimawandel oder neue Krankheitserreger. Außerdem entwickeln sie Möglichkeiten zu deren Bewältigung wie neue Energietechnologien oder Impfungen. Gleichzeitig werfen diese Erkenntnisse jedoch häufig ethische Fragen auf, die nicht allein auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Aussagen beantwortet werden können. Dazu gehören Fragen nach der Priorisierung von Zielen, des Umgangs mit Risiken oder der Kosten-Nutzen-Kalkulationen.
Im Idealfall werden Antworten auf solche Fragen in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen gefunden, in denen alle Beteiligten diskursfähig und zu evidenzbasierten Kompromissen bereit sind. In der Realität sind solche Auseinandersetzungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft jedoch oft wenig kompromissorientiert.
Einen Grund dafür vermuten wir in der Art und Weise, wie moralische Aspekte in öffentliche Diskurse eingebracht werden. In diesem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekt untersuchen wir dies als interdisziplinäres Team aus Philosophie, Kommunikationswissenschaft und Linguistik.

06.10.2026
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, wird Wissenschaftler*innen und Politiker*innen häufig Moralismus vorgeworfen – ohne Wertebezug lässt sich diese Debatte allerdings nicht sinnvoll führen. Wie gelingt Kommunikation über dieses Thema? Bei der Konferenz ‘Living within Planetary Boundaries’ präsentierte Anna Klassen den Leitfaden für Wissenschaftskommunikation und leitete einen praxisnahen Workshop an.

23. - 25.09.2026
Die Jahrestagung des Forschungsnetzwerkes Sprache und Wissen (SuW) findet unter dem Titel "Zwischen den Zeilen lesen: Pragmatik des Nicht-Ausgesprochenen" statt. Die Tagung rückt das Implizite in den Blick – also all das, was nicht gesagt wird, aber dennoch kommunikativ wirksam ist. Ausgangspunkt des Tagungsthemas ist die Beobachtung, dass Moralisierungen häufig nicht explizit formuliert, sondern implizit versprachlicht werden.
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08. - 11.09.2026
Lisa Gaffney war bei der diesjährigen Konferenz der European Communication Research and Education Association (ECREA) in Brünn zu Gast und präsentierte Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen moralischen Überzeugungen zur Energiewende und der Offenheit für Meinungsvielfalt und Kompromissbereitschaft zu diesem Thema.
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