Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation
Klimagerechtigkeit, Freiheitsenergien oder Frankenfood – moralische Wertungen sind in Debatten über gesellschaftlich-wissenschaftliche Themen allgegenwärtig. In welcher Form solche Moralisierungen vorkommen, welche Wirkungen von ihnen ausgehen und wie ethische Aspekte angemessen kommuniziert werden können, erforschen wir im Projekt "Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation", kurz MoWiKo.
Typischerweise analysieren empirisch arbeitende Naturwissenschaften die zugrundeliegenden Faktoren von bestimmten gesellschaftlichen Problemen wie Klimawandel oder neue Krankheitserreger. Außerdem entwickeln sie Möglichkeiten zu deren Bewältigung wie neue Energietechnologien oder Impfungen. Gleichzeitig werfen diese Erkenntnisse jedoch häufig ethische Fragen auf, die nicht allein auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Aussagen beantwortet werden können. Dazu gehören Fragen nach der Priorisierung von Zielen, des Umgangs mit Risiken oder der Kosten-Nutzen-Kalkulationen.
Im Idealfall werden Antworten auf solche Fragen in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen gefunden, in denen alle Beteiligten diskursfähig und zu evidenzbasierten Kompromissen bereit sind. In der Realität sind solche Auseinandersetzungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft jedoch oft wenig kompromissorientiert.
Einen Grund dafür vermuten wir in der Art und Weise, wie moralische Aspekte in öffentliche Diskurse eingebracht werden. In diesem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekt untersuchen wir dies als interdisziplinäres Team aus Philosophie, Kommunikationswissenschaft und Linguistik.

Sommersemester 2026
Im SoSe26 findet das Colloquium Fundamentale des FORUM am KIT unter dem Titel „Mit erhobenem Zeigefinger? Wenn Moral den Diskurs bestimmt“ statt und widmet sich den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Diskursen.
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13.03.2026
Im Rahmen eines intensiven Arbeitstreffens haben die Projektteams aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft, Linguistik und Philosophie den aktuellen Stand ihrer Forschung präsentiert und diskutiert. Das Treffen hat einmal mehr verdeutlicht, wie wertvoll der interdisziplinäre Austausch für die Weiterentwicklung des Projekts ist.
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Mit unserem Workshop „Moralisierungen in Diskursen um gesellschaftlich-wissenschaftliche Problemlagen“ haben wir das letzte Drittel unserer Projektlaufzeit eingeläutet.
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